Adventskalender Tür #02

Wunderbares Warten?

Woher der Adventskranz kommt

„Vor vielen Jahren, 1833, gründete ein evangelischer Pfarrer, Johann Hinrich Wichern, das „Rauhe Haus“ in Hamburg. Es war ein Kinderheim, in dem Kinder aufgenommen wurden, die mit sich und den Menschen um sie herum Schwierigkeiten hatten. Also Kinder, denen es sehr schwer fiel, sich an Regeln zu halten, die teilweise schon Dinge getan hatten, wofür Erwachsene ins Gefängnis kommen, oder auch Kinder, die einfach nur wild und sehr lebendig waren und die Eltern sich nicht mehr zu helfen wussten. Herr Wichern wollte diesen Mädchen und Jungen eine neue Chance geben und ihnen helfen, in der Schule zu lernen und eine Ausbildung zu machen. 

Außerdem waren ihm einige Dinge sehr wichtig. Zum Beispiel gab es jeden Tag eine Andacht, also eine Zeit, in der aus der Bibel erzählt und erklärt wurde und in der gemeinsam gebetet wurde. Aber auch das Feste feiern liebte Herr Wichern sehr. Und eines dieser Feste war Weihnachten. Die Kinder fieberten schon lange darauf hin. Und wie es auch heute noch ist, fällt es Kindern und Erwachsenen schwer, zu warten. Immer wieder fragten die Kinder: „wie lange geht es noch bis Weihnachten?“ Im Jahr 1839 kam Herrn Wichern deshalb eine Idee. Er nahm sich ein altes Rad von einer Kutsche. Damals gab es noch keine Autos und das Fahrrad wurde auch erst wenige Jahre davor erfunden. Wer also nicht zu Fuß laufen wollte, brauchte einen Esel, ein Pferd oder eine Kutsche. Herr Wichern hatte ein altes Kutschenrad, das nicht mehr gebraucht wurde und er hängte es in dem Raum auf, in dem sich jeder der wollte für die Andacht jeden Tag traf. 

Damals war es schon üblich, dass man die 4 Wochen vor Heilig Abend, also Weihnachten, die „Adventszeit“ nannte. Advent bedeutet auf deutsch so viel wie Ankunft. Und in der Adventszeit wartet man auf Weihnachten. Und weil man an Weihnachten feiert, dass Jesus Christus, der Sohn Gottes, auf dieser Erde geboren wurde, also „auf dieser Erde ankam“, kann man die Zeit davor eben die Wartezeit auf das Feiern des Kommens von Jesus Christus nennen. 

Für jeden Sonntag besorgte sich Herr Wichern eine große, dicke, weiße Kerze und für jeden anderen Tag zwischen dem 1.Adventssonntag und dem 24.Dezember nahm er eine kleine, rote Kerze. Er steckte die ganzen Kerzen auf dem Wagenrad fest. Und dann konnte jeden Tag in der Andacht eine weitere Kerze angezündet werden. Die Kinder konnten so zählen, wie viele Tage sie noch bis Weihnachten warten mussten. Es war also fast so wie ein Adventskalender. 

Schon ein paar Jahre später, machten die Erwachsenen nur noch 4 Kerzen für die vier Sonntage auf den Adventskranz. „Ein Kranz mit so vielen Kerzen wie im Rauhen Haus ist viel zu riesig für das Wohnzimmer bei uns zu Hause“ behaupteten sie. 

Kannst du das Warten auf Weihnachten genauso wenig ertragen, wie die Kinder im Rauhen Haus? Und wartest du genauso wie sie, den Geburtstag von Jesus, dem Sohn Gottes, zu feiern? Er lädt dich nämlich an Weihnachten zu seiner wunderbaren Geburtstagsfeier ein!

Vielleicht kannst du ja sogar deine Eltern überreden, dieses Jahr 27 Kerzen aufzustellen, für jeden Tag ab dem 1.Adventssonntag eine Kerze, und nicht nur für die vier Sonntage eine Kerze.“

DAS WICHTIGSTE FEST

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