... mit Pauken und Trompeten
Es muss nicht immer „Jingle Bells“ oder „Last Christmas“ sein – es gibt tiefsinnigere Weihnachtslieder als „Ich fahre nach Hause zu Weihnachten“. Und die kommen lautstark und sehr lebendig daher. Dabei sind sie schon recht alt. Ihre Botschaft jedoch ist topaktuell.
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Mehr InformationenIn seinem Weihnachtsoratorium gelingt es Bach, die Geschichte von Jesu Geburt musikalisch lebendig zu machen.
Gleich zu Beginn des ersten Teils fordern das ganze Orchester und der vierstimmige Chor alle Zuhörerinnen und Zuhörer auf: „Jauchzet, frohlocket!“ Das geschieht mit sehr schnellen, aufsteigenden Läufen bei den Streichern, mit Flöten und Oboen und sogar mit Pauken und Trompeten! Sehr festlich und sehr einprägsam! Weihnachten muss schon etwas Besonderes sein!
Johann Sebastian Bach – wer war das nochmal?
Dieser berühmte deutsche Komponist, der in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts in Leipzig als Kirchenmusiker arbeitete und in dieser Funktion sehr viele Musikstücke schrieb und aufführte, hat sich auch mit Weihnachten beschäftigt, und zwar sehr intensiv! Er komponierte das Weihnachtsoratorium, das aus sechs Teilen besteht. Darin wird nicht nur die originale Weihnachtsgeschichte aus der Bibel von einem Solosänger vorgetragen, sondern die so erzählten Ereignisse werden auf verschiedene Weise kommentiert, interpretiert und sehr persönlich bewertet.
Die feierliche Bachtrompete schmettert in der königlichen Tonart D-Dur, während sie sich mit dem Bass-Sänger abwechselt und ihre Melodien sich miteinander verweben; dabei sinniert der Sänger in dieser Arie darüber, dass „der mächtige Gott die Pracht der Welt gar nicht so wichtig nimmt, sondern als Kind in einer harten Holzkrippe schläft“. Für Gottes Sohn, den Heiland der Welt, ging es also beim ersten Weihnachten ganz schön den Bach runter.
Wie Jesus dann im Schoß seiner Mutter auf Erden ankommt, wird denn auch in der bodenständigen Tonart C-Dur mit einer abwärts gerichteten Melodie besungen. Dies geschieht in einem Choral, also einem Kirchenlied. Diese Choräle waren zu Bachs Zeiten sehr vielen Menschen bekannt. Wer wollte, konnte sie einfach mitsingen.
Johann Sebastian Bach wollte kein Kunstwerk schaffen, das man sich alle paar Jubeljahre mal anhört, sondern er erreichte mit seiner Musik und den dabei verwendeten Texten sehr viele Menschen. Und die Texte der Choräle sind häufig sehr persönlich: ins heutige Deutsch übertragen singt der Chor, nachdem der Bass-Solosänger seine oben erwähnte Arie beendet hat:
"Ach liebes Jesuskind, komm doch in mein Herz und mach dir dort ein weiches Bett, damit ich dich nie mehr vergesse."
Weihnachtsoratorium Johann Sebastian Bach
In einem weiteren Teil wird in einem anderen Choral statuiert: „Das hat er alles (für) uns getan, sein groß Lieb´ zu zeigen an, …“ Weihnachten ist nicht eine niedliche Geschichte, zu schön und romantisch, um wahr zu sein, sondern Gott zeigt uns in diesen Ereignissen seine große Liebe zu uns.
Dieses Vertrauen in Gottes Liebe, die so groß ist, dass er selbst in diese Welt kommt, macht stark und mutig. Davon handelt der letzte Teil des Weihnachtsoratoriums. Der Bass-Sänger führt aus:
"Nun mögt ihr stolzen Feinde schrecken, was könnt ihr mir für Furcht erwecken, mein Schatz, mein Hort ist hier bei mir! Ihr mögt euch noch so grimmig stellen, droht nur, mich ganz und gar zu fällen; doch seht! Mein Heiland wohnet hier."
Weihnachtsoratorium Johann Sebastian Bach
Das Schöne ist: Das kann man auch heute noch persönlich erleben. Hast du das zu Jesus schon einmal gesagt: „Ja, ich möchte dir vertrauen. Danke für deine Liebe zu mir und dass du auch für mich in diese Welt gekommen bist. Ich möchte deine Hilfe in meinem Leben erfahren.“
Probiere es gern selber aus – melde dich bei Christen in deiner Nähe oder bei uns.
Wieder mit Pauken und Trompeten wird im letzten Chorsatz feierlich bestätigt: „Jesus Christus hat Tod, Teufel, Sünde und Hölle überwunden!“ Was anfangs in einer jämmerlichen Krippe den Bach runter zu gehen schien, entwickelt sich ins reine Gegenteil!