2025 - Tür05

Bist du vielleicht schon ein bisschen aufgeregt – in Vorfreude auf den Nikolaustag morgen? Ob wohl etwas in deinem Stiefel steckt, wenn du früh aufwachst?

Viele Menschen tun einiges, damit der Stiefel nicht leer bleibt:

Kinder schreiben Karten oder malen Bilder – für den Nikolaus, für die Familie, für Freunde oder Nachbarn – in der Hoffnung, dass jemand ihre Bitte hört.

Andere legen heimlich selbst etwas in den Stiefel ihrer Freunde oder Nachbarn – und hoffen, dass auch ihr eigener am nächsten Morgen gefüllt ist.

Und natürlich: Wer sich etwas wünscht, der putzt seinen Stiefel besonders gründlich. Alles soll glänzen – damit er gesehen wird.

Warum machen wir das eigentlich?

Warum haben wir diese tiefe Sehnsucht, beschenkt zu werden? Warum hoffen wir darauf, dass jemand uns wahrnimmt, dass jemand an uns denkt, dass wir nicht leer ausgehen?

Diese Sehnsucht steckt tief in uns. Sie ist wie ein leises Ziehen im Herzen, ein innerer Ruf nach „Mehr“ – nach Nähe, nach Liebe, nach Sinn.

Ich glaube, dass Gott selbst diese Sehnsucht in uns gelegt hat.

Denn am Anfang schuf er den Menschen nicht als Einzelkämpfer, sondern als ein Gegenüber, das ihn sucht und von ihm gefunden werden möchte.

Gott hauchte dem Menschen Leben ein – und mit diesem Atem kam die Sehnsucht: Die Sehnsucht, verbunden zu sein.

Sehnsucht ist nichts Schwaches, nichts Mangelhaftes.

Sie ist wie ein Kompass, der uns in Bewegung hält. Sie zeigt uns, dass da etwas – oder jemand – ist, der unsere Leere füllen kann.

Vielleicht spürst du das gerade in dieser Adventszeit besonders deutlich: Dieses Warten, diese stille Hoffnung, dass etwas in Bewegung kommt.

Wenn du heute deinen Stiefel vor die Tür stellst, dann sieh ihn vielleicht einmal anders:

Als ein kleines Symbol deiner Sehnsucht.

Deiner Sehnsucht, gesehen zu werden. Deiner Sehnsucht nach Leben, nach Frieden, nach Liebe.

Und – tiefer noch – deiner Sehnsucht nach Gott selbst.

Denn in allem, was wir uns wünschen, in allem, was wir hoffen und suchen, steckt letztlich dieses eine große Verlangen:

Dass der, der uns geschaffen hat, uns ansieht.

Dass Er uns nahekommt.

Diese Sehnsucht nach Gott ist wie ein Licht, das in uns brennt – manchmal schwach, manchmal stark, aber immer da.

Sie erinnert uns daran, dass wir für mehr geschaffen sind als für das Sichtbare.

Sie ist der Sinn des Advents: das Warten auf den, der kommt.

Und vielleicht ist genau das die Einladung dieser Tage:

Nicht nur den Stiefel vor die Tür zu stellen,

sondern auch das Herz – offen, erwartend, sehnsüchtig.

In dem Impuls morgen geht es darum, wie Gott selbst unsere Sehnsucht stillt – und wie Erfüllung in unser Leben kommt.