Jesus ist für mich gestorben
An Karfreitag erinnern sich Christen daran, dass Jesus vor etwa 2000 Jahren am Kreuz starb. Für Millionen Menschen ist der Satz ganz selbstverständlich: Jesus ist für mich gestorben.
Für viele andere stimmt das auch – aber in einem ganz anderen Sinn. Für sie ist die Sache mit Jesus gestorben. Vielleicht wegen schlechter Erfahrungen mit Kirche oder Christen. Vielleicht auch, weil der Glaube ihnen fremd geworden ist.
Doch warum musste Jesus überhaupt sterben?
Christen glauben, dass Schuld nicht einfach verschwindet. Jeder Mensch kennt Situationen, in denen er andere verletzt oder Dinge tut, die er später bereut. Neid, Lügen, Egoismus – die Bibel beschreibt das als etwas, das uns von Gott trennt.
Die zentrale Aussage des christlichen Glaubens ist, dass Gott diese Trennung nicht einfach ignoriert hat, sondern selbst einen Weg geschaffen hat, sie zu überwinden. Christen glauben, dass Jesus deshalb gestorben ist – nicht als Zufall der Geschichte, sondern als bewusste Handlung Gottes, um Versöhnung möglich zu machen.
Aber was, wenn Jesus die Wahrheit sagt?
Für viele Menschen ist das schwer zu verstehen oder sogar befremdlich. Für mich als Christ bedeutet es etwas sehr Befreiendes: Ich muss nicht perfekt sein, um zu Gott zu kommen. Ich darf darauf vertrauen, dass Gott mir vergibt. Nicht, weil ich’s heute alles richtig mache, sondern weil er den ersten Schritt auf mich zugegangen ist.
Jesus hatte nichts Böses getan. Niemand konnte ihm ein Verbrechen nachweisen. Der einzige Vorwurf lautete, dass er behauptete, von Gott zu kommen. Damals galt das als Gotteslästerung – darauf stand die Todesstrafe.
Sein Weggefährte und Freund Petrus schreibt:
„Christus hat einmal für die Sünden gelitten, der Gerechte für die Ungerechten, damit er uns zu Gott führe.“
1. Petrus 3,18
Genau das glaube ich. Jesus starb nicht zufällig. Er nahm meine Schuld mit in den Tod. Und weil er ohne Schuld war, konnte er für mich bezahlen.
Der Zugang dazu ist überraschend einfach. Nicht durch gute Taten, sondern durch Vertrauen. Indem ich Gott glaube, dass er mir vergibt, weil Jesus für mich gestorben ist.
Darum ist Karfreitag für Christen kein hoffnungsloser, dunkler Tag, sondern ein stiller Tag voller Dankbarkeit. Nicht weil wir bessere Menschen wären, sondern weil wir sagen dürfen:
Jesus ist für mich gestorben.
Das Kreuz ist für mich wie eine Brücke zurück zu Gott.
Und ich frage mich – ganz ohne Druck, einfach aus ehrlichem Interesse:
In welchem Sinne ist Jesus für dich gestorben?